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Musik-Talent

Die Kunst des Orgelspiels selbst erlernt

Sabine Merkelt-Rahm

06.01.2017 - 17:40 Uhr

 

Maurizio Failola hat sich selbst das Orgelspielen beigebracht. | Foto: Jörg Schimmel

 

Marxloh.  Maurizio Failola (17) begleitet auf der wertvollen Klais-Kirchenorgel von Sankt Peter mittlerweile die Messe. Vor zwei Jahren angefangen.

Die Türen der katholischen Kirche St. Peter in Marxloh stehen trotz klirrender Winterkälte weit offen. Die Orgelklänge hört man schon auf der Straße, bevor man durch die stählerne Pforte den Peterhof betreten hat.

Drinnen am beweglichen Spieltisch der denkmalgeschützten Orgel im linken Seitenschiff beugt sich ein schwarzer Lockenkopf tief über die Manuale des riesigen Instrumentes. „Meine engen Grenzen“, heißt das bekannte Kirchenlied, das der 17-Jährige Maurizio Faiola gerade spielt und er tut es mit Leidenschaft.

Pater Oliver erlaubte es sofort

Es ist noch keine zwei Jahre her, dass Maurizio, der zu den Messdienern von St. Peter gehört, sich ein Herz fasste und den Prämonstratenser Pater Oliver Potschien fragte, ob er mal an die Orgel dürfe. Pater Oliver erlaubte es sofort und Maurizio ist gar nicht bewusst, wie ungewöhnlich das eigentlich ist.

 

Die Orgel aus dem Jahr 1938 von der seit vier Generationen renommierten Orgelbaufirma Johannes Klais ist ein besonders schützenswertes Instrument. Und der junge, kommende Musiker hätte vermutlich nicht viele Menschen finden können, die ihm freie Hand an einem solchen Instrument lassen.

Instrument hat nur Sinn, wenn es bespielt wird

„Es gibt Experten, die sagen – auch mit Recht – wir hätten hier eine ganz besondere Orgel, ein wertvolles Instrument“, sagte der Pater der Redaktion in einem Gespräch vor Weihnachten zu seiner Motivation, „aber einen Sinn erfüllt dieses Instrument nur denn, wenn es bespielt wird.

Und ich kann mir keine bessere Nutzung vorstellen, als dass ein junger Mensch auf diesem Instrument seine Talente und seine Leidenschaft zur Musik entdeckt und entwickelt, so wie der Maurizio das macht.“

Außerdem, sagte der Pater lächelnd, sei es ja auch toll, dass Maurizio mittlerweile die Messe und Kirchenfeste begleite: „So gibt er uns immer etwas zurück.“

Wurzeln in Apulien

Maurizio Faiola hatte so gut wie keine musikalischen Vorerfahrungen. Der jüngste Spross einer Marxloher Familie mit Wurzeln im süditalienischen Apulien hat drei inzwischen erwachsene Geschwister, von denen sich keiner besonders für Musik interessiert.

Er hatte im Musikunterricht schon mal Noten gesehen und zum letzten Weihnachtsfest ein Keyboard bekommen, das war alles.

Aber, was Pater Oliver wohl schon wusste - Maurizio hat einen Willen, der Grenzen überwindet. Er machte sich mit der Orgel vertraut, er übte täglich, verbrachte einen großen Teil seiner Freizeit in der alten Kirche.

In der sozialen Arbeit engagiert

Wenn der Schüler der Herbert Grillo-Gesamtschule zuhause war, dann guckte er sich im Internet Orgel-Tutorials an und allmählich lernte er tatsächlich, die Orgel zu spielen.

Der Pater organisierte ihm zwei Wochen Unterricht bei einem Magdeburger Musikstudenten, der ihm die Einstellung der Orgel gründlich erklärte und Wissenslücken schloss. Inzwischen spielt er so gut, dass er schon erste Messen auf der Orgel begleitet hat.

Sein vorläufiger Höhepunkt war das Tedeum in der Mitternachtsmesse zu Weihnachten. „Aber noch muss mir der Pater die Sachen früh genug geben, damit ich Zeit habe, sie zu üben“, sagt Maurizio.

Lernen, bis er alles spielen kann

Er möchte soweit kommen, dass er alles vom Blatt spielen kann. Zukunftspläne in die Richtung Berufsmusiker hegt er nicht. „Ich mache das nicht für Geld, sondern weil ich es machen will, das ist etwas ganz anderes“, sagt er.

Er engagiert sich in der sozialen Arbeit des Petershofes, wenn er gefragt wird und übernimmt auch ehrenamtliche Küsterdienste. „Deshalb habe ich einen Schlüssel und kann auch dann an die Orgel, wenn die Kirche zu ist“, sagt er und strahlt.

Dann beugt er sich wieder über den Spieltisch in den Schein der Lampe und spielt das Lied von den engen Grenzen zu Ende: „Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich. Wandle sie in Heimat; Herr, erbarme dich.“

 

 

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